Fachschule Heilpädagogik
Lehrplan - Ausbildungsprofil
Die Ausbildung zur staatlich anerkannten Heilpädagogin versteht sich im Rahmen eines lebenslangen Lernens als berufliche Weiterbildung. Sie berücksichtigt Grundsätze erwachsenenspezifischen Lernens. Sie bezieht die auf dem bisherigen Bildungs- und Berufsweg erworbenen Kompetenzen ein und begleitet die Studierenden dabei, aktiv-eigenständig Verantwortung für den Lernprozess zu übernehmen.
Die Studierenden entwickeln in der Ausbildung im Hinblick auf die Handlungsfelder der Heilpädagogik ihre vorhandenen Qualifikationen fach-, methoden-, sozial- und persönlichkeitsspezifisch zur Handlungskompetenz in heilpädagogischen Arbeitsfeldern weiter. Diese Weiterentwicklung geschieht im Ausbildungskontext auch durch eine enge Theorie-Praxisverknüpfung.
Erwerb von Kompetenzen im Rahmen der Ausbildung:
Fachkompetenz.
Die Studierenden setzen sich mit Erkenntnismodellen auseinander und erweitern ihr Wissen zum Verstehen von Menschen in erschwerten Lebenssituationen. Dazu gehören insbesondere die Kenntnis der Bedingungszusammenhänge und Wechselwirkungen somatischer, kognitiver und emotionaler Entwicklung und deren Beeinträchtigungen im Kontext der lebensweltlichen Zusammenhänge und der Anforderungen und Erwartungen des Umfeldes.
Sie greifen hierbei zurück auf Erkenntnisse aus der Pädagogik, Anthropologie u. Ethik, Psychologie, Medizin, Soziologie und Recht u. a; dabei beziehen sie deren ethische Fragestellungen in ihre Überlegungen ein.
Methodenkompetenz.
Die Studierenden erwerben Fähigkeiten und Fertigkeiten, die sie in die Lage versetzen, heilpädagogisch orientierte Methoden im konzeptuellen Zusammenhang person- und situationsorientiert auszuwählen und anzuwenden. Hierzu zählen beispielsweise Konzepte der Förderdiagnostik, Entwicklungsförderung, Konzepte der Beratung, Bildung, Begleitung, Unterstützung/Pflege, Assistenz.
Sozialkompetenz.
Die Studierenden erwerben Fähigkeiten und Fertigkeiten, mit anderen, einzeln und in Gruppen kreativ situations-, prozess- , lösungsorientiert und entwicklungsförderlich zu kooperieren, um das heilpädagogische Handlungsfeld zielbezogen zu gestalten.
Die Lerngelegenheiten dazu bieten sich insbesondere bei prozessorientiertem Lernen im Klassenverband, in Arbeitsgruppen und Beratungssettings im Zusammenhang mit der Einübung in die Methoden, mit der Praxiserfahrung und deren Begleitung (Beratung/ Supervision) durch Lehrkräfte der Ausbildungsstätten.
Persönlichkeitskompetenz.
Die Studierenden lernen, eigene Haltungen und Motive selbstkritisch einzuschätzen und in persönlichen und beruflichen Zusammenhängen weiter zu entwickeln, um sie in der Begegnung mit anderen Menschen authentisch und selbstverantwortlich einzubringen.
Die Lerngelegenheiten bieten sich in der Auseinandersetzung insbesondere auch mit Fragen der philosophischen und theologischen Anthropologie und Ethik
Handlungskompetenz.
In der Handlungskompetenz verdichten und vernetzen sich die vorgenannten Fähigkeiten und Fertigkeiten zum professionellen beruflichen Handeln als Heilpädagogin. Dies zeigt sich u. a. darin, Situationen als heilpädagogisch bedeutsam wahrzunehmen, zu analysieren, zu bewerten und sowohl reaktiv als auch aktiv zu gestalten. Eine differenzierte Auflistung von Handlungskompetenzen findet sich in einschlägigen Berufsbildern (siehe Berufsbild des BHP e.V. www.heilpaedagogik.de sowie Blätter zur Berufskunde, Agentur für Arbeit www.arbeitsagentur.de