Auftrag
Vorstellung und Idee
Ideen für ein freies kirchliches Bildungssystem mit Schulen für die Armen und für die Gründung von Frauenkongregationen.
Julie Billiarts Vorstellung entsprang der französischen Tradition und war doch persönlich geprägt. Schon früher hatte es Ideen für ein freies kirchliches Bildungssystem mit Schulen für die Armen und für die Gründung von Frauenkongregationen gegeben, die sich der Erziehung der Mädchen widmen. Um dies zu verwirklichen, hätte es aber eines ganz neuen Konzepts des religiösen Lebens bedurft: einer Kongregation ohne Klausur, frei von der Verpflichtung, das Offizium zu beten, mit einer zentralen Leitung und, wenn möglich, ohne Unterscheidung zwischen Chor- und Laienschwestern. Dies hätte eine Art religiöse Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit bedeutet, die keine kirchliche Autorität, vom Mittelalter angefangen bis zur Revolution, gestattet hätte. Julie erkannte, dass dies wünschenswert und notwendig war. Sie wusste auch, dass die Welt, der diese Verbote gegolten hatten, durch die Beseitigung der alten sozialen Ordnung nicht mehr existierte. Deshalb plante sie ihr Werk nach ganz neuen Richtlinien.
Ihre lebhafte, engagierte und dynamische Persönlichkeit, ihre Tiefe und Ausgeglichenheit, ihre Lebhaftigkeit und ihr Humor, ihre Kraft und ihr Weitblick sind überall in ihren Ideen und in ihrem ganzen Werk zu spüren. Sie sind das Echo ihres unbesiegbaren Vertrauens, das sie immer wieder zum Ausdruck brachte mit den Worten: "Wie gut ist der gute Gott!"