„Staatlich anerkannte Heilpädagogen erlernen […] differenzierte Kenntnisse u. a. im Bereich der allgemeinen Pädagogik, der Pädagogik der Lebensalter (auch Pädagogik der frühen Kindheit), der inklusiven Pädagogik, der Psychologie, der Diagnostik, der Soziologie, des Rechts sowie der Medizin (Pädiatrie und Psychiatrie), um auf die immer komplexer werdenden Fragestellungen im Bereich der Erziehung und Bildung Antworten zu finden. Erst diese Grundlagen ermöglichen Fachkräften, Lösungen mit oder für Menschen in beeinträchtigenden oder behindernden Lebenssituationen zu entwickeln.
Heilpädagogische Qualifikationen beziehen sich einerseits auf die Entwicklung, Durchführung und Evaluation differenzierter situations- und personenorientierter Handlungskonzepte, andererseits auf die Beratung von Angehörigen oder Mitarbeitern mit dem Ziel, notwendige Veränderungsprozesse zu identifizieren, um behindernde Barrieren abzubauen und inklusive Kulturen, Strukturen und Praktiken zu entwickeln und zu etablieren.
Dabei versteht sich Heilpädagogik sowohl als Unterstützung bei der Bewältigung von erschwerten Lebenslagen, Risiken und Belastungen als auch als Begleitung von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zur Lebensbewältigung in der heute oftmals schwierigen Normalität.
Staatlich anerkannte Heilpädagogen haben gelernt, eigenständig unterschiedlichste pädagogische Wege zu entdecken und diese ethisch und wissenschaftlich zu begründen. Dies erhöht ihre Kreativität, Autonomie, Verantwortungsbereitschaft und Authentizität im Umgang mit komplexen, sich häufig verändernden Aufgaben und pädagogischen Herausforderungen - ein Qualitätsmerkmal, welches unverzichtbar ist für pädagogische Arbeit, die dem heilpädagogischen Selbstverständnis gerecht werden will.“ (STK: Staatlich anerkannte Heilpädagogen, Ausbildungsinhalte und Qualitätsbeschreibungen im Überblick, Ravensburg 2013, S. 6).
Somit erlernen die angehenden Heilpädagogen und Heilpädagoginnen Wissen, Können und Haltung in Theorie und Praxis und erlangen Kenntnis darüber:
- den Menschen peronenzentriert zu begegnen und sie in ihrem Lebensumfeld zu begleiten und zu beraten
- im Mesosystem der Klienten zu agieren und zu assistieren,
- heilpädagogische Diagnosen zu erstellen,
- gesellschaftliche und rechtliche Kontexte zu analysieren und zu berücksichtigen,
- heilpädagogische Methoden und Konzepte anzuwenden und zu dokumentieren,
- sich stetig zu reflektieren und mit der eigenen heilpädagogischen Entwicklung auseinanderzusetzen,
- heilpädagogisch in Institutionen zu handeln